DSLR oder DSLM? Wo liegen die entscheidenden Unterschiede, welches sind die Vor- und Nachteile der beiden Systeme? Wir stellen gegenüber.
Vor rund fünf Jahren waren Spiegelreflexkameras noch das A und O. Und wer auf hohem Niveau fotografieren wollte, der kam um den Kauf einer DSLR nicht herum. Doch seit einigen Jahren haben die Spiegelreflexkameras nun ernsthaft Konkurrenz bekommen, durch die spiegellosen Systemkameras (kurz: DSLMs) nämlich. Diese hatten in den ersten Monaten und Jahren zwar noch mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen, haben zuletzt aber kräftig aufgeholt und sind den DSLRs inzwischen teilweise sogar überlegen. Aus diesem Grund stellen sich viele Kunden vor dem Kauf einer neuen Kamera die Frage: DSLR oder DSLM?
Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:
- Der entscheidende Unterschied zwischen DSLR und DSLM
- Spiegellose sind kleiner und handlicher
- Wie sich die unterschiedlichen Bauweisen auf den Sucher auswirken
- Elektronischer Sucher vs. optischer Sucher
- Bildqualität
- Autofokus
- Video
- Objektive und Zubehör
- Serienbildgeschwindigkeit
- Gehäuse
- Akkulaufzeit
- Fazit: DSLR oder DSLM?
Der entscheidende Unterschied zwischen DSLR und DSLM
Wir wollen zunächst einmal ganz kurz auf den einen entscheidenden Unterschied zwischen DSLR und DSLM eingehen. Und dieser Unterschied ist im Grunde ziemlich schnell auf den Punkt gebracht: Spiegelreflexkameras verfügen über eine Spiegelkonstruktion im Inneren, spiegellose Systemkameras – wie der Name schon sagt – nicht. Was genau das für die DSLRs bzw. DSLMs bedeutet und welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Bauweisen mit sich bringen, das soll im Folgenden geklärt werden.
Spiegellose sind kleiner und handlicher
Beginnen wir mit einem Unterschied, der bei der Frage DSLR oder DSLM und beim Betrachten verschiedener Modelle vermutlich als erstes ins Auge fällt: Eine spiegellose Systemkamera ist kleiner als eine Spiegelreflexkamera und dementsprechend auch leichter. Auch die Objektive sind häufig etwas kompakter. Der Grund dafür liegt auf der Hand: DSLMs verzichten wie schon erwähnt auf die aufwendige Spiegelkonstruktion im Inneren, wodurch eine kompaktere Bauweise möglich ist.
Die geringere Größe ist in vielen Fällen ein großer Vorteil. Wer häufig den ganzen Tag mit seiner Kamera unterwegs ist, freut sich über das geringere Gewicht und die kleinere Kamera, die einfach mobiler ist und auch ein eine kleinere Tasche passt. Doch es gibt Ausnahmen: Menschen mit extrem großen Händen beispielsweise empfinden DSLMs hin und wieder als zu klein. Auch bevorzugen manche wirklich große und massive Griffe, mit denen die Spiegellosen oftmals nicht aufwarten können.
Wie sich die unterschiedlichen Bauweisen auf den Sucher auswirken
Kommen wir nochmal zu dem eingangs erwähnten „entscheidenden Unterscheidend“ in Sachen Bauweise zu sprechen: Welchen Sinn und Zweck erfüllt die Spiegelkonstruktion im Inneren einer DSLR eigentlich? Wenn wir es mal ganz vereinfacht ausdrücken wollen, dann fällt das Licht beim Benutzen einer Spiegelreflexkamera durch das Objektiv und trifft dann im Inneren auf eine Spiegelkontruktion, welche das Licht (und somit das Bild) reflektiert und in den optischen Sucher leitet. Wenn wir durch den Sucher schauen, sehen wir also das „echte“ Bild des Geschehens vor der Linse. Wenn man nun den Auslöser betätigt, klappt der Spiegel kurz hoch und das Licht fällt nicht mehr in den optischen Sucher (dieser wird kurz schwarz), sondern auf den Sensor, wo das Bild dann erfasst und sozusagen gespeichert wird.

Bei einer DSLM fehlt diese ganze Spiegelkonstruktion. Aber trotzdem haben viele spiegellose Systemkameras einen Sucher zu bieten – wie kann das sein? Ganz einfach, es handelt es hier nicht um einen optischen Sucher, der ein „echtes“ Bild zeigt, sondern um einen elektronischen Sucher (kurz: EVF). Dieser elektronische Sucher ist im Grunde nichts anderes als ein kleines Display. Bei einer DSLM fällt das Licht nicht auf den Spiegel, sondern direkt auf den Sensor, wo das Bild vereinfacht ausgedrückt „verarbeitet“ und dann wieder in digitaler Form auf dem EVF ausgegeben wird. Es ist also ein künstlich erzeugtes und kein echtes Bild.
Wer eine DSLR mit Live-View-Modus sein Eigen nennen kann, der verfügt im Übrigen gewissermaßen auch über eine „spiegellose“ Kamera. Denn das Display auf der Rückseite ist im Grunde nichts anderes als das Display eines EVF – vom gewaltigen Größenunterschied mal abgesehen. Und im Live-View-Modus wird die Spiegelbox einfach hochgeklappt und es wird (wie bei einer DSLM auch) das Bild auf dem Sensor verarbeitet und dann auf dem Display ausgegeben.
Elektronischer Sucher vs. optischer Sucher
Über den Sinn und Zweck der Spiegelbox und die grundlegenden Unterschiede zwischen optischem und elektronischem Sucher haben wir nun also gesprochen. Doch was ist denn nun die bessere Wahl bei der Frage DSLR oder DSLM: OVF oder EVF? So ganz allgemein kann man das nicht sagen, denn beide kommen mit Vor- und Nachteilen daher. So sieht man beispielsweise in einem elektronischen Sucher das Bild in der Form, in der man es später auch auf seiner Speicherkarte wiederfinden wird. Das heißt: Wenn man Einstellungen wie zum Beispiel die ISO-Empfindlichkeit verändert, sieht man im Sucher auch gleich, wie sich das auf das Bild auswirken wird. Bei einem optischen Sucher ist das nicht der Fall – logisch, hier schauen wir ja sozusagen nur in einen Spiegel und nehmen das Motiv vor der Linse so wahr, wie wir es mit unserem menschlichen Auge eben erfassen. Nur eben aus der Perspektive der Kamera.
Das ist in den meisten Fällen ein klarer Vorteil für die elektronsichen Sucher, auch wenn manche Fotografen noch die „echten“ Bilder eines optischen Suchers bevorzugen, da dieser gelegentlich schärfer und heller ist und mit einer besseren Abbildungsqualität überzeugen kann. Zudem hat der optische Sucher einen generellen Geschwindigkeits-Vorteil auf seiner Seite. Denn bei einem elektronischen Sucher muss das Bild wie bereits erklärt erst verarbeitet und auf dem kleinen Display ausgegeben werden – das kann bei manchen Suchern zu minimalen Verzögerungen und sogenannten Lags führen. Inzwischen haben sich vor allem die EVFs von teureren spiegellosen Systemkameras aber so stark verbessert, dass keine Lags mehr sichtbar sind. Generell gilt aber: Wer im Sports-, Action- oder Wildlife-Bereich fotografiert und seine Kamera oftmals schnell bewegt, ist ganz allgemein mit einer DSLR besser beraten (auch wegen der Unterschiede beim Autofokus, siehe Erläuterungen weiter unten). Doch natürlich muss man auch stets die einzelnen Modelle beurteilen. Wie gesagt, es gibt inzwischen auch extrem schnelle und verzögerungsfreie elektronische Sucher. Auch spielen Vergrößerung und Bildfeldabdeckung eine entscheidende Rolle.
Ob man einen OVF oder einen EVF und damit DSLR oder DSLM bevorzugt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Doch in der günstigeren Klasse bis sagen wir 500 Euro haben die Spiegelreflexkameras die Nase vorne. Schon alleine weil viele DSLMs in dieser Preisklasse überhaupt keinen Sucher besitzen. In etwas höheren Preisklassen ist in den Augen vieler aber der elektronsiche Sucher mit all seinen Einblendungen und der Möglichkeit, das fertige Bild mit Berücksichtigung der Einstellungen anzeigen zu lassen, die bessere Wahl. Hier muss man aber stets den Sucher jedes einzelnen Modells betrachten. Absolute Profis bevorzugen dann aber gelegentlich auch wieder OVFs – ihr seht, hier sind die Geschmäcker doch sehr verschieden.

Bildqualität
Für viele Fotografen ist eine ausgezeichnete Bildqualität ein äußerst wichtiges Kriterium, über das wir natürlich auch im Vergleich DSLR vs. DSLM sprechen müssen. Und es ist ein Punkt, den wir erstaunlich schnell abwickeln können. Denn egal ob DSLR oder DSLM, Unterschiede in Sachen Bildqualität gibt es ganz grundlegend nicht. Die Bildqualität hängt nämlich in erster Linie vom verbauten Sensor, den Megapixeln und der Sensor-Größe ab. Und sowohl DSLRs als auch DSLMs können mit großen oder kleinen Sensoren arbeiten, da gibt es keine Einschränkungen bei einem der beiden Systeme. Im teuren Vollformat-Bereich ist die Auswahl bei den DSLRs aktuell aber noch etwas größer.
Autofokus
Größere Unterschiede bei der Beantwortung der Frage DSLR oder DSLM gibt es dann aber wieder beim Autofokus. Hier gibt es zwei verschiedene Technologien: Phastendetektions-AF und Kontrast-AF. Spiegelreflexkameras arbeiten mit einem Phasendetektions-AF, der schneller ist als ein Kontrast-AF und vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen zuverlässiger seine Dienste verrichtet. Vor einigen Jahren noch gab es ausschließlich DSLMs mit Kontrast-AF, was ein klarer Vorteil für die DSLRs war. Diese setzen nämlich auf ein zusätzliches Autofokus-Modul im Kamera-Gehäuse (in dem der Phasen-AF untergebracht ist), mit welchem die DSLMs nicht aufwarten konnten.
Doch seit einiger Zeit verbauen die Hersteller teurer spiegelloser Systemkameras ebenfalls Phasendetektions-Messfelder – und zwar auf dem Sensor selbst! Oftmals gibt es sogar zusätzlich zu den Phasen-AF-Messfeldern auch Kontrast-AF-Messfelder – das Ganze nennt sich dann Hybrid-Autofokus. In Bezug auf die Geschwindigkeit gibt es nun in den teureren Preisbereichen also keine Vorteile mehr für die DSLRs. Trotzdem fühlen sich Wildlife- und Sport-Fotografen häufig mit DSLRs wohler, auch wegen der höheren Zuverlässigkeit bei schlechten Lichtverhältnissen. Videographen werden aber in aller Regel DSLMs bevorzugen, da diese hier eindeutig diverse Vorteile auf ihrer Seite haben. Auch haben die Spiegellosen häufig mehr Messfelder zu bieten.
Video
Doch gehen wir noch etwas genauer auf die gerade angesprochenen Video-Funktionen – und speziell den Autofokus bei Videoaufzeichnungen – ein. Warum kann man in diesem Bereich die Frage DSLR oder DSLM ganz klar mit „DSLM“ beantworten? Nun, lassen wir nochmal kurz Revue passieren, was wir etwas weiter oben in diesem Artikel beschrieben haben:
Im Live-View-Modus wird die Spiegelbox nämlich einfach hochgeklappt und es wird (wie bei einer DSLM auch) das Bild auf dem Sensor verarbeitet und dann auf dem Display ausgegeben.
Das Bild wird im Live-View-Modus also ausschließlich auf dem Sensor selbst verarbeitet und damit steht dann leider auch das zusätzlich verbaute Autofokus-Modul mit dem flotten Phasendetektions-AF nicht zur Verfügung. Vielmehr können DSLRs dann nur noch mit dem oft lahmen Kontrast-AF des Sensors arbeiten. Es macht also in Sachen Autofokus als Nutzer einer DSLR einen großen Unterschied, ob man mit dem Sucher oder im Live-View-Modus fotografiert – für alle, die das noch nicht wussten.
Wenn man mit einer Spiegelreflexkamera ein Video aufzeichnet, muss der Spiegel ebenfalls hochgeklappt werden, genau wie im Live-View-Modus. Logisch, es wird ja dauerhauft ein Bild aufgenommen. Das heißt aber, dass hier wieder nur der Kontrast-AF, der auf dem Sensor selbst zu finden ist, zur Verfügung steht. Spiegellose Systemkameras haben wie bereits erwähnt den Vorteil, dass der Phasen-AF auf dem Sensor selbst verbaut wird. Das heißt dieser steht auch bei Video-Aufzeichnungen zur Verfügung – klarer Vorteil für die DSLMs! Des Weiteren können Spiegellose aktuell auch mit höheren Auflösungen umgehen, Stichwort 4K.
Objektive und Zubehör
Der flottere Autofokus bei Video-Aufzeichnungen ist eine tolle Sache, doch gerade Profis werden häufig manuell fokussieren, was diesen Vorteil wieder relativiert. Und aus der Sicht von Profis (egal ob Videograph oder Fotograf) haben dann Spiegelreflexkameras wieder einen Vorteil auf ihrer Seite. Hier gibt es nämlich eine größere Auswahl an Objektiven. Und zwar eine deutlich größere Auswahl. Zudem gibt es ganz allgemein deutlich mehr Zubehör für DSLRs, auch zu vergleichweise erschwinglichen Preisen. Das ist also ein klarer Vorteil für die Spiegelreflexkameras, allerdings sollte hinzugefügt werden, dass viele spiegellose Systemkameras inzwischen auf ein mehr als ausreichend großes Sortiment an Objektiven zurückgreifen können. Der Ruf ist hier oftmals schlechter als das eigentliche Angebot. Und wer sowieso „nur“ zwei oder drei gewöhnliche Objektive benötigt, kann sowieso ohne Probleme zu einer DSLM greifen.

Serienbildgeschwindigkeit
Bei einer Spiegelreflexkamera muss vor jedem Bild der Spiegel bewegt werden, bei einer Spiegellosen nicht. Ihr ahnt es also schon: So ergibt sich allgemein ein Geschwindigkeitsvorteil für die DSLMs. Was natürlich nicht heißt, dass einzelne DSLRs nicht schneller als bestimmte DSLMs sein können.
Ebenfalls ein Vorteil einer DSLM: Es kann zusätzlich zum mechanischen Verschluss auch ein elektronischer Verschluss genutzt werden. So sind oftmals noch kürzere Verschlusszeiten möglich, auch ist das Auslösegeräusch deutlich leiser. Manche Modelle geben optional sogar überhaupt keine Geräusche mehr von sich, was vor allem für Hochzeits- oder Konzertfotografen interessant sein könnte.
Lesetipp: Die Sony A7r II gehört aktuell zu den besten DSLMs auf dem Markt, die Canon EOS 5DS zu den besten DSLRs. Unser Vergleich zeigt, welche Kamera die Nase vorne hat.
Gehäuse
Wenn man den unwissenden Kunden fragt, ob das Gehäuse von DSLR oder DSLM wohl hochwertiger ist, werden sich viele vermutlich instinktiv für die DSLR entscheiden. Das liegt einfach daran, dass sie größer und somit robuster erscheint. Die Betonung liegt hier aber auf „erscheint“, denn Spiegellose können genauso robust und hochwertig verarbeitet sein wie Spiegelreflexkameras. Auch wetterfeste Modelle findet man in beiden Lagern.
Akkulaufzeit
Abschließend in unserem Vergleich DSLR oder DSLM noch ein eher unwichtiges Merkmal: Die Akkulaufzeit. Hier hat eine DSLR im Vergleich zur DSLM die Nase vorne, denn hier muss dank OVF kein elektronischer Sucher mit Strom versorgt werden. Wer also mit einer DSLM fotografiert und den ganzen Tag unterwegs ist, zum Beispiel bei einer Hochzeit oder bei einem Ausflug, sollte sich unter Umständen einen oder mehrere Ersatzakkus zulegen.

Fazit: DSLR oder DSLM?
DSLR oder DSLM kaufen? Ganz allgemein kann man diese Frage nicht beantworten. Beide Systeme haben Vorteile auf ihrer Seite und wir sind überzeugt davon, dass beide Systeme noch viele Jahre nebeneinander existieren werden. Die Spiegellosen haben in den letzten Jahren deutlich aufgeholt und haben in vielen Punkten die Nase vorne, zum Beispiel in Sachen Bauweise, Video, elektronischer Sucher und teilweise auch beim Autofokus. Doch auch die DSLRs können nach wie vor ihre Stärken ausspielen: Optischer Sucher, große Auswahl an Objektiven, zu Teilen zuverlässigerer Autofokus. Jeder Fotograf sollte sich vor dem Kauf einer neuen Kamera also überlegen, welches die für ihn persönlich wichtigen Merkmale sind. Zudem sollte man sich einige Fragen stellen:
- Bevorzuge ich einen elektronischen oder einen optischen Sucher? (ausprobieren!)
- Fotografiere ich viel im Wildlife- bzw. Sport-Bereich? ([icon size=“small“ name=“e-right-thin“]DSLR)
- Ist ein kompaktes Gehäuse für mich wichtig? ([icon size=“small“ name=“e-right-thin“]DSLM)
- Lege ich Wert auf die Video-Funktionen? ([icon size=“small“ name=“e-right-thin“]DSLM)
- Brauch ich eine große Auswahl an Objektiven? ([icon size=“small“ name=“e-right-thin“]DSLR)
Ihr seht schon, das ist keine einfache Entscheidung ob DSLR oder DSLM. Für viele spielt sicherlich auch eine Rolle, dass spiegellose Systemkameras irgendwie „neuer“ sind. Und das muss man noch nicht mal rational belegen und begründen können, warum das Bauchgefühl aus diesem Grund vielleicht eher zu einer Spiegellosen tendiert. Denn in erster Linie soll das Fotografieren (und das Nutzen der (neuen) Kamera) ja eines machen – Spaß nämlich.
Abschließender Hinweis: Die Erläuterungen in diesem Artikel mögen aus technischer Sicht unter Umständen nicht immer zu 100 Prozent korrekt sein – doch das sollte hier nicht im Vordergrund stehen. Vielmehr ging es uns um eine verständliche Erklärung, nicht darum, die komplizierte Bauweise von Kameras bis ins kleinste Detail korrekt zu beschreiben. Sollte sich aber doch ein grober Fehler eingeschlichen haben, hinterlasst gerne einen Kommentar.
Und überhaupt, wie ist eure Meinung? DSLR oder DSLM? Wir freuen uns über viele Meinungen und Anregungen!
Hallo Mark,
ich konnte den Artikel leider nur schnelllesen, zumal ich für mich persönlich mit der Fuji X-T1 bereits eine Entscheidung gegen meine frühere EOS 50D getroffen habe. Daher habe ich jetzt hoffentlich nichts überlesen. 😉
Jedoch finde ich, dass in einem Punkt ein erhebliches Manko im Artikel ist: die Bildqualität hängt ganz erheblich vom verwendeten Objektiv ab! Selbst der beste 50MP-Sensor kann nichts vernünftig liefern, wenn eine Glasscherbe mit minderer Qualität davorhängt. Das klassischste Beispiel ist hier natürlich LEICA oder Zeiss, deren Objektive weltberühmt sind. Erst dann kann ich den Schatz der 50MP überhaupt richtig ausnutzen.
Womit sich ein weiteres Thema schließt: nicht die Menge an verfügbaren Objektiven ist absolut gesehen relevant, sondern deren Abbildungsleistung. Das ist z.B. ein Haupterfolg bei Fuji, da die X-Series-Objektive nicht billig, aber sehr gut in der Leistung sind.
Nein, ich arbeit nicht für Fuji (siehe Social Media Profile), aber meine Begeisterung für ein kundenorientieres Unternehmen wie Fuji (oder in Grenzen auch Apple oder Lexus, etc.) ist weiterhin sehr hoch. Und die Anpassung der Firmwares ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.
Vermutlich verlieren die großen Platzhirsche der Fotoindustrie genau aus den oben und in deinem Artikel genannten Gründen vermehrt ihre früheren Kunden.
Aber letztlich liegt es immer im Auge des Betrachters und des Fotografens, wie und welche Fotos entstehen oder zu Ikonen werden. Ob mit 6.000-EUR-Digitalfotoboliden oder einer analogen Wegwerfkamera. ;-))
Herzlichen Dank für den Artikel, Photografix gefällt mir immer noch sehr gut,
Marc Mertens
Hallo Marc! Danke für deine Anmerkungen und das Kompliment 🙂 Du hast absolut Recht – die Bildqualität hängt zu großen Teilen auch vom verwendeten Objektiv ab. Aber das ist doch grundsätzlich weder für DSLRs noch für DSLMs ein Vorteil, oder? 😉 Schließlich gibt es in beiden Lagern erstklassige Objektive. Deshalb bin ich darauf nicht explizit eingegangen, da es in diesem Artikel ja vor allem um die Unterschiede zwischen beiden Systemen gehen sollte.
Der Hauptvorteil der spiegellosen Kameras liegt m.E. in der Bildkontrolle nach der Aufnahme, die nicht auf dem Display, sondern im EVF erfolgen kann. Dadurch erübrigt sich die Lesebrille, die beim Betrachten eines Displays womöglich erforderlich wird. Außerdem ist die Auflösung des EVF erheblich höher als jedes Display, so dass eine bessere und zudem von Fremdlicht unbeeinträchtigte Sicht auf das Bildergebnis möglich ist.
Sehr gute Anmerkung, danke!
Hallo Mark
Ich tendiere ganz klar zur DSLR weil ich Natur und Tierfotograf bin (ambitionierter Hobbyfotograf).
Mein nächstes Objektiv wird das 150-600mm f5-6,3 Sports von Sigma sein, zeige mir das mal an einer DSLM.
Zudem ist der Sucher heller und klarer.
Zudem fotografiere ich mit dem Nikonsystem und da gibt es zur Zeit auch keine DSLM die für mich in Frage käme weil die Sensoren zu klein sind.
Gerade bei Tierfotografie finde ich das laute Umklappen des Spiegels bei DSLRs fürchterlich.
Man hat ein Tier 60cm vor sich, drückt den Auslöser, es kommt ein lautes *KLACK* von der Kamera und ehe man sich versieht ist das Tier über alle Berge. Glückwunsch.
Wobei ich keine Erfahrung mit neueren Kameramodellen habe, die sollen angeblich eine „silent“ Option haben, wo der Spiegel langsamer umgeklappt wird und es dadurch etwas leiser wird.
Hallo Wolfgang,
da ist sicher etwas dran, was die Verwendung von schwergewichtigen Objektiven angeht; da fehlt bei den Spiegellosen auch oft die Gewichtsbalance zwischen Gehäuse und Optik. Ebenso scheint die Klarheit eines guten DSLR Suchers bei hellen Motiven und lichtstarker Optik nach wie vor besser als der EVF. Der größte Vorteil der DSLR dürfte jedoch der Autofokus sein (sofern man einen schnellen Autofokus braucht). Doch auch hier scheinen die Spiegellosen aufzuholen.
Die Sucherhelligkeit müsste in der Praxis einmal verglichen werden. Der EVF wird bei wenig Motivlicht jedoch heller abbilden. Und wenn das Objektiv zur Ermittlung der Schärfentiefe auf Arbeitsblende abgeblendet wird, steuert die Elektronik die Sucherhelligkeit hoch, was auch für relativ lichtschwache Objektive gilt. Da hat der EVF schon jetzt erhebliche Vorteile.
Ramon
Zur Sensorgröße ist noch anzumerken, dass es doch seit geraumer Zeit von Sony Vollformatsensoren in spiegellosen Systemkameras gibt, die inzwischen sogar preislich mit Vollformat DSLR vergleichbar sind.
Ich selbst nutze seit geraumer Zeit das Fuji x-System auch mit adaptierten Fremdobjektiven aus alter analoger Zeit mit zunehmenden Vergnügen, warte allerdings auf einen Sensor, mit dem das doch oft auftretende sog. flair besonders bei lichtstarken Objektiven vermindert wird. Hoffe darauf, dass einmal der sog. organic sensor, der unempfindlicher auf den Lichteinfallswinkel reagieren soll, die Lösung für dieses Problem bieten wird.
Eine Besonderheit und mein persönlicher Favorit ist hierbei das sog. „best of both worlds.“ Die Sony Alpha SLT´s arbeiten mit dem „teildurchlässigen“ Spiegel und haben hierbei alleine schon den Vorteil im AF-Bereich als eigentlich dann doch eher DSLR.
Mir persönlich sagen die „Proportionen“ einer A7 II nicht zu. Ich bin trotz etwas höheren Gewicht hier lieber doch mit einer A58 oder A77 II unterwegs. Wenn man sich den Objektivmarkt bei den E-Mounts (DSLM) anschaut fällt auf das man qualitativ hochwertige Objektive erhält, ohne jedoch eine Chance zu haben auf eine Budget-Lösung zurückgreifen zu können. Viele dieser sog. „Best Of Both Worlds“ Punkte hat mich maßgeblich zu meiner Kaufentscheidung gebracht. Die Sony SLT Schiene…wenn auch Sony mehr und mehr auf DSLM setzt bin ich guter Dinge das es auch bei den SLT´s weiter geht.
Danke für die tollen Info`s. Konnte mich so besser für eine Kamera entscheiden.
Hallo,
ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
Gerne möchte ich mir eine Kamera zulegen und in die Forografie einsteigen. Da ich nicht einfach nur eine Kamera kaufen möchte, sondern diese auch verstehen will ist es für mich selbstverständlich auch diverse Fotokurse im Anschluss zu belegen.
Da sich Fotografie bisher auf Digicam bzw Smartphone bezog, zog ich los in diverse Fachgeschäfte (keine Grosselektromärkte) , damit begann meine Verwirrung und wurde immer schlimmer.
Der eine Fachhändler schwor auf die Spiegelreflexkamera und empfahl mir die Nikon D5300, direkt mit besserem Objektiv. Er sprach gar nicht von/ über Systemkameras.
Die anderen zwei Händler empfahlen mir direkt Systemkameras, aufgrund von Größe und Gewicht. Dort ist mir die Samsung NX30 empfohlen worden. Dort sprachen beide davon das Spiegelreflexkameras zum Aussterben bestimmt sind und es diese nicht mehr geben wird in den nächsten Jahren auf dem Markt. Die Zukunft gehöre den Systemkameras.
Laut ihren Angaben sollen diese den Spiegelreflex in nichts nachstehen und sogar besser sein.
Ich würde gerne Sportaufnahmen (Radsport), Tiere oder Landschaften fotografieren. Irgendwann auch mal Portraitaufnahmen.
Es hörte bei dem Händler der mir die Spiegelreflex empfahl aber auch dem Systemkamerahändler alles schlüssig an.
Jedoch irritiert mich, dass Fachmänner mir unterschiedliche Empfehlungen geben und ich habe jetzt Angst aufs falsche Pferd zu setzen, da ich über kein Know-how verfüge..
Über einen Rat wäre ich sehr dankbar, denn in meinem Bauch herrscht gerade auch nur noch Chaos sowie in meinem Kopf :-/
Danke
Gruß Sarah
Hallo Sarah! 🙂 Das wundert mich im Grunde nicht, dass dir die verschiedenen Fachhändler ganz unterschiedliche Ratschläge gegeben haben – denn es gibt in diesem Fall ganz einfach kein richtig und kein falsch. Im Grunde haben beide Seiten Recht, Spiegelreflexkameras haben Vor- und Nachteile, Systemkameras haben Vor- und Nachteile. Ist eben nur die Frage, welche Art von Kamera denn am besten zu deinen persönlichen Ansprüchen und Anforderungen passt. Schreib mir gerne mal eine kurze Mail an mark@photografix-magazin.de, dann finden wir zusammen raus, welche Kamera denn gut zu dir passen könnte! 🙂
Liebe Grüße
Mark
Irgendwie witzig, dass der Verkäufer von der aussterbenden DSLR spricht, um dir anschließend eine Samsung NX zu empfehlen….
Naja, aber eine Samsung würde ich mir nicht kaufen. Die wollen aus dem Fotogeschäft aussteigen.
Wie sieht es denn eigentlich mit Bridgekameras wie zB die Nikon Coolpix P900 oder die Panasonic DMC-FZ1000 aus, die ja (zumindest auf dem Papier) gute Werte vorweisen und in Tests auch gut abschneiden?
Ich suche eigentlich die eierlegende Wollmilchsau in Sachen Video/Foto:
EIN Gerät, mit dem man sowohl gute Videos als auch gute Fotos schießen kann. Besonders wichtig ist mir dabei ein schneller Auslöser, schneller Autofokus, gute Bildqualität, ausreichend optischer Zoom und (wenn möglich, aber kein Muss) die Möglichkeit, ein externes Mikro anschließen zu können. Während einer Filmaufnahme (min. Full HD) sollte man auch noch Fotos schießen können. Das ganze dann am besten noch im dreistelligen Eurobereich, je weiter von der Vierstelligkeit weg, desto besser. Ein Anwendungsbereich wird auch Sportfotografie bzw. -filmerei sein, aber eben nicht nur und ausschließlich. Ich filme dabei auch ganze Spiele vom Seitenrand aus.
Ist da nun ein Camcorder die richtige Wahl? Oder eine Bridgekamera? Oder doch eher System- oder Spiegelreflex? Ich hab allerdings keine Lust auf Objektivtausch, daher wäre mir (es sei denn, es spricht wirklich alles dagegen) ein Camcorder oder eine Bridge lieber… Vor allem weil ich für die reine Fotografiererei auch noch eine Nikon D90 zur Hand hätte. Von daher liegt der Schwerpunkt bei den Videos.
Man empfahl mir in unterschiedlichsten Läden dann auch die unterschiedlichsten Geräte:
Panasonic DMC-FZ1000 (Bridge)
Panasonic DMC-FZ300 (Bridge)
Panasonic HC-V777 EG-K (Camcorder)
Nikon Coolpix P900 (Bridge)
Canon Legria HF G25 (Camcorder)
Panasonic Lumix DMC-G6HEG-K (Systemkamera)
Sony DSC-RX10 (Bridge)
Sony HDR-PJ810 PJ (Camcorder)
Panasonic HC-WX979EG-K (Camcorder)
JVC GC-PX100BEU HD (Camcorder)
Sony Alpha 6000 (System)
und wenn ich weiter fragen würde, kämen sicher noch weitere Geräte auf diese Liste…
Es ist also nicht grad einfach für den Anfänger 😉
Schöner Artikel, der sehr ausführlich die Vor- und Nachteile von DSLR und DSLM-Kameras aufzählt.
Was mir persönlich bei Kamerakauf immer sehr wichtig ist, ist die Haptik und Bedienungsfreundlichkeit.
Deswegen bin ich nach wie vor Fan der DSLR-Kameras.
Die liegen meistens besser in der Hand, der Optische-Sucher ist mir angenehmer und ich fotografiere lieber mit dem was ich gewohnt bin.
Vermutlich stehe ich mit der Einstellung etwas alleine das, da der Trend stark in Richtung DSLM geht.
Den einzigen wirklichen Vorteil den eine Spiegellose für mich hat ist, das sie kleiner und leichter ist.
Ich bin mal gespannt was die nächste Photokina in der Hinsicht an „Neuheiten“ liefert.
Beste Grüße
Stephan
Hey,
ich bin relativ neu in der Welt der Fotografie und deswegen ein großes Lob an den ausführlich ausgearbeiteten und mit sehr guten Erklärungen ausgestatteten Artikel.
Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass du die Leser mehr für die DSLM begeistern möchtest, aber trotz alle dem hast du alle Vor- und Nachteile beider Systeme mehr oder weniger unparteiisch rüber gebracht.
Danke für deine Mühen!
Mit freundlichen Grüßen
Julian
Ich stand letztes Jahr vor der Entscheidung: DSLR oder Systemkamera. Meine bis dato benutzte D200 hatte einen Bildfehler und so musste eine neue Kamera her. Die Wahl fiel auf die OMD-EM5. Eine kleine und kompakte Kamera, die jedoch schnell groß wird wenn man entsprechendes Zubehör dranschraubt. (Blitz, Objektiv, usw.)
Anfangs war ich begeistert von der Kamera, doch schnell kam die Ernüchterung. Ich war auf der IAA und habe mit dem mitgelieferten Blitz Fotografiert. Soviel Ausschuss hatte ich noch nie: Die Kamera hatte Probleme mit dem Autofokus, die Bilder wurden einfach nicht scharf – was auf einer gutbesuchten Automesse eher kontraproduktiv ist, denn ständig springt dir einer ins Bild usw. Wenn ich auf irgendetwas gleichmäßiges Fokusieren wollte klappte das nicht, musste den AF-Punkt ständig verschieben. Hatte 30% Ausschuss,
Auch zuhause unter Lightroom stellte sich schnell Ernüchterung ein: Beim vergrößern wurde es schnell Pixelig, der kleine Sensor schafft einfach nicht mehr.
So stand ich dann vor der Wahl: Neues Zubehör kaufen (Blitz, Weitwinkelobejktiv) oder Systemwechsel. Habe mich dann für letzteres entschieden. Bin wieder zurück zu Nikon gewechselt (hatte das System ja nicht verkauft) und günstig eine D7100 ersteigert. Dazu noch ein 10-20mm von Sigma und ein 16-85 von Nikon und ich kann einfach wieder sagen: Ich bin wieder zuhause angekommen!
Meiner Meinung nach ist die Sache mit den Spiegellosen Systemkameras ein großer Hype. Nicht wirklich Handlich, alles musst du neu kaufen, und wenn richtiges Zubehör drankommt wird die Kamera auch schwer.
Ich bleibe bei meiner DSLR!
Hallo Heiko! Danke dir für deine Meinung und deine Erfahrungen, die du hier mit uns teilst. Ich freue mich, dass du nach einem kleinen Ausflug wieder „zuhause“ angekommen bist und dich mit der neuen DSLR wohl fühlst! Lass mich trotzdem eine Sachen ergänzen – auch und vor allem für andere noch unentschlossene Nutzer, die hier mitlesen: Der Autofokus ist vermutlich die größte Schwäche von DSLMs. Da muss man nicht drum herum reden. Aber: Die Olympus E-M5 ist 4 1/2 Jahre alt! Die Hersteller haben inzwischen deutlich nachgebessert und du kannst den Autofokus einer E-M5 beispielsweise nicht mehr mit dem einer neuen Fuji X-T2 vergleichen. Neuere DSLMs sind in Sachen Autofokus also viel näher an einer DSLR dran als die E-M5 es war bzw. ist. Trotzdem sollten DSLRs nach wie vor leicht die Nase vorne haben. Auch wenn die DSLMs deutlich aufgeholt haben.
Liebe Grüße
Mark
Vielen Dank für die ausführliche Erklärung, endlich ein verständlicher Artikel, der auch Nichtprofis wertvolle Beurteilungen gibt.
Hallo Mark,
vielen Dank für Deinen tollen Artikel. Ich bin auf diese Seite gestoßen, weil es mir momentan sehr ähnlich ergeht, wie Sarah, die oben einen Kommentar hinterließ. Ich kam gestern aus dem Urlaub zurück, wo ich wieder einmal Gelegenheit hatte, mit meiner Kompakt-Knipse (Canon PowerShot SX 220 HS) zu üben. Ich mag Fotografie und möchte gerne lernen, gute Fotos zu machen und am Ende auch sagen können, warum dieses Foto nun gut geworden ist. Leider bin ich davon noch meilenweit entfernt. Ich nutze meine Kamera zwar fast nur noch im manuellen Modus und habe das Gefühl, dass durchaus einige Fotos gelungen sind. Allerdings spiele ich dazu einfach solange an den Einstellungen herum, bis ein annähernd gewünschtes Bild entsteht. Kurzum: Ich möchte jetzt ernsthafter fotografieren lernen. Meine bisherigen Recherchen ließen mich zu einer Canon eos d700 oder 750 tendieren. Ich habe vorrangig nach Canon gesucht, weil ich meine, das Menü nun einigermaßen gewöhnt zu sein. Meine heutigen Besuche im Fachhandel haben mich nun aber doch recht verwirrt. Ein Händler empfahl mir offensiv ein spiegelloses Modell, der andere tendierte zumindest dorthin. Ich habe den Eindruck, dass ein interessantes Modell ohne Spiegel für mich als Anfänger jedoch direkt recht teuer würde, oder täusche ich mich da? Ich will es finanziell nicht sofort übertreiben aber auch nicht am falschen Ende sparen und mir in ein, zwei Jahren wieder ein besseres Modell kaufen. Ich habe bisher so um die 500-650,-€ angepeilt (Body mit Kitobjektiv).
Videographie interessiert mich eher nicht, Sportfotografie auch nicht unbedingt.
Manchmal glaube ich auch, das viele Lesen von Testberichten usw. lässt mich zu immer hochwertigeren Modellen tendieren, obwohl ja noch nicht einmal beurteilen kann, ob die dort besprochenen Features für mich als blutigen Anfänger überhaupt relevant sind.
Für einen Tip/Empfehlung mit welchem System (gerne auch ein konkretes Modell) ein Anfänger in die ernsthaftere Fotografie einsteigen könnte, wäre ich wirklich dankbar!!
LG David
Ja, ich finde den Beitrag auch gut. Allerdings muss ich sagen, dass bei Vollformat-DSLM die Objektive so groß und schwer sind, dass sich die Gewichtsersparnis des Systembodys fast nicht bemerkbar macht.
Habe gerade diesen Beitrag gelesen und auch wenn er schon etwas älter ist, so würde ich gern auch noch meine Meinung dazu schreiben.
Ich beschäftige mich seit über 10 Jahren mit digitaler Fotografie und habe in dieser Zeit einige DSLRs (Nikon APS-C und Vollformat) und in den letzten drei Jahren auch DSLMs (Olympus MFT und Fuji APS-C) besessen und ausprobiert. Hieraus habe ich für mich folgende Erkenntnis abgeleitet:
1.) Meine schönsten Fotos sind nicht mit den teuersten Kameras/Objektiven entstanden. Es ist ein Irrglaube zu denken, dass man mit neuer Hardware automatisch bessere Bilder macht.
2.) Die meisten DSLR und DSLM Kameras der grossen Marken (Nikon, Canon, Olympus, Fuji, Sony, Leica, Panasonic) kann man bedenkenlos kaufen. Es gibt keine wirklich schlechten Kameras. Fast alle Kameras decken 90% der privaten Belange ab.
3.) Vollformat wird überwertet. Die Kosten für Kameras und Objektive steigen und die Grösse der Objektive auch. Die wenigsten Privatanwender brauchen aber Auflösungen von 36 Megapixeln und mehr. Das ist weder am Monitor oder Tablet darstellbar, noch auf dem 10×15 Foto zu sehen. Daher ist das Preis-Leistungsverhältnis bei Vollformat grundsätzlich schlechter und man sollte sich gut überlegen, ob und wofür man es braucht.
4.) Die neuen Modelle der meisten Hersteller bringen oft nur Updates. Meist lohnt sich der Umstieg auf ein Folgemodell nicht. Das gilt sowohl für Nikon, als auch für Olympus, Fuji, Sony etc. Man sollte sich auch hier immer fragen, was man von einem Umstieg erwartet und was es bringt. Meistens ist es besser das Geld für den neuen Body zu sparen oder vielleicht die Vorgängerversion zu kaufen und in gute Objektive zu investieren.
5.) DSLMs sind DSLRs in vielen Belangen ebenbürtig, aber die Fokusgeschwindigkeit der DSLRs erreichen sie immer noch nicht ganz. Wer Sportfotografie betreibt, sollte sich eher im DSLR Lager umschauen, falls ihm die Kamera nicht zu schwer ist.
Es gibt hier kein Richtig und kein Falsch. Jeder hat andere Ansprüche. Man sollte verschiedene Kameras testen und dann entscheiden. Vor allem sollte man Kaufempfehlungen im Internet immer kritisch lesen. Oft werden neue Modelle hochgejubelt, aber die Vorteile für den Kunden sind gering.
Jeder muss individuell für sich entscheiden, was wichtig ist: Grösse, Gewicht, Objektivsortiment, Bedienkonzept, Akkulaufzeit oder Fokusgeschwindigkeit und natürlich auch welches Budget er zur Verfügung hat.
Ich bin inzwischen auf eine DSLM umgestiegen, weil ich meine Kamera immer dabei haben wollte. Grösse und Gewicht haben mich überzeugt. Dafür nehme ich eine kürzere Akkulaufzeit und einen langsameren, aber ausreichenden Autofokus in Kauf. Dennoch mache ich keine besseren Bilder als früher;)
Toll,
endlich ein wirklich neutraler Vergleich der offen auf die entscheidenden Punkte eingeht!! Finde ich extrem gelungen! Vielen Dank!
Danke für den aufschlussreichen Artikel. Ich habe mittlerweile Tage mit der Frage verbracht und war in verschiedenen Geschäften. Aber einen gemeinsamen Nenner habe ich nicht finden können. Vielmehr tendieren die traditionellen Fotofachgeschäfte noch immer sehr einseitig zur DSLR – m.E. oft, um sich mit dem Neuen nicht auseinander setzen zu müssen und aus Gewohnheit. Mich interessiert jedoch die neue Technik, nicht zuletzt auch wegen der viel besseren Videofunktionen, die bei den DSLR doch eher rudimentär ausfallen – zumindest im Amateurbereich in der Klasse bis 1.000 Euro. Auch habe ich das Gefühl, dass die Modellpflege bei den DSLR eher einer Preispflege gleichkommt. Weiterentwicklungen stagnieren eher. Bei den DSLM kann man von Modell zu Modell erkennen, dass hier Potential für Innovationen vorhanden ist. Seit dem Erscheinen des Artikels sind nun auch schon wieder 2 Jahre vergangen, was ja im Bereich Elektronik eine Ewigkeit bedeutet. Ich tendiere aus o.g. Gründen nun also doch zu einer DSLM. Zudem sind die Objektive handlicher und preiswerter. Allerdings schwanke ich zwischen den Modellen G70/G81 von Panasonic und X-T20 von Fujifilm. Vielleicht erhalte ich hier ein Feedback oder ein entscheidendes Kaufargument. Vielen Dank nochmal!
Danke für den Artikel. Ich habe das Problem, dass ich mittlerweile viel ’nebenbei‘ fotografiere: da stört mich das Mitnehmen und tragen meiner D90 schon so, dass ich oft drauf verzichte sie mitzunehmen.
Auf der anderen Hand ist meine Kompaktcoolpix, die ich wegen der Grösse öfters einfach mal dabei habe, oft limitiert. DSLM scheint mir eine Art ‚best of both worlds‘ zu sein.